Volkswagen schockt mit 5-Milliarden-Gewinnwarnung – Porsche bremst Erwartungen aus
Leni SchulzVolkswagen schockt mit 5-Milliarden-Gewinnwarnung – Porsche bremst Erwartungen aus
Volkswagen gibt Gewinnwarnung über 5 Milliarden Euro heraus – Porsche dämpft Erwartungen
Volkswagen hat eine Gewinnwarnung in Höhe von 5 Milliarden Euro herausgegeben, nachdem die Tochtergesellschaft Porsche Bedenken hinsichtlich der Ertragslage geäußert hatte. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Automobilkonzern weiterhin mit Schwierigkeiten auf dem Markt für Elektrofahrzeuge kämpft und einen deutlichen Rückgang seines Börsenwerts im vergangenen Jahrzehnt verzeichnet. Trotz eines Umsatzes von 324 Milliarden Euro im letzten Jahr bleibt die Marktposition des Unternehmens im Vergleich zu Konkurrenten wie Tesla schwach.
Die Probleme des Konzerns verschärften sich vergangenen Freitag, als Porsche, eine zentrale Volkswagen-Tochter, eine eigene Gewinnwarnung veröffentlichte. Dies veranlasste Volkswagen, seine finanzielle Prognose nach unten zu korrigieren und die erwarteten Gewinne um 5 Milliarden Euro zu kürzen. Die Meldung reiht sich in einen größeren Trend der Unterleistung ein: Die Volkswagen-Aktie hat in den letzten zehn Jahren 52,6 % an Wert verloren – und das, während der deutsche DAX-Index im gleichen Zeitraum um 104 % stieg.
Analysten sagen nun eine nur langsame Erholung beim Gewinn pro Aktie (EPS) voraus: Die Schätzungen steigen von 23 Euro im Jahr 2026 auf 33,80 Euro bis 2028. Doch die kurzfristige Perspektive bleibt düster: Der EPS sank 2024 auf 21,36 Euro und soll 2025 weiter auf 15,90 Euro fallen. Die Vorzugsaktie des Unternehmens wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,64 für 2025 und 3,89 für 2026 gehandelt – ein Zeichen für die Zurückhaltung der Anleger.
Kritiker werfen Volkswagen vor, zu spät in den Markt für Elektrofahrzeuge eingestiegen zu sein und die Nachfrage überschätzt zu haben, was zu Überkapazitäten in der Produktion führte. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von 10,7 Milliarden Euro – deutlich mehr als Teslas 8,4 Milliarden US-Dollar. Dennoch liegt Teslas Börsenwert bei 1,4 Billionen US-Dollar – mehr als das 30-Fache der 45,2 Milliarden Euro, auf die Volkswagen taxiert wird –, obwohl Tesla mit 97,7 Milliarden US-Dollar deutlich weniger Umsatz erwirtschaftet.
Intern zeichnen sich Veränderungen ab: Niedersachsen, größter Volkswagen-Aktionär, hat Vertreter der Grünen in den Aufsichtsrat berufen – ein mögliches Signal für eine strategische Neuausrichtung.
Die jüngste Gewinnwarnung von Volkswagen unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei Rentabilität und Marktvertrauen. Da der EPS kurzfristig auf niedrigem Niveau bleiben dürfte, muss das Unternehmen seine Strategie für Elektrofahrzeuge und die Produktionsprobleme angehen. Die Kluft zwischen Umsatz und Marktwert im Vergleich zu Tesla zeigt das Ausmaß der Krise.






