23 March 2026, 08:08

Vom Segeltuch zur Stilikone: Die Renaissance des Troyer-Pullovers

Weißer Matrosenjacke mit Kragen, langen Ärmeln und Knopfleiste, die an einer Wäscheleine gegen einen weißen Hintergrund hängt, aus leichtem Rippenstoff hergestellt.

Vom Segeltuch zur Stilikone: Die Renaissance des Troyer-Pullovers

Ein klassisches Stück Segelausrüstung hat den Weg von der hohen See an die Spitze robuster Eleganz gefunden: der Troyer-Pullover, ein gerippter Wollrollkragen, der in den 1960er-Jahren in Italien entstand und zunächst Offshore-Segler durch seine Wärme und Haltbarkeit überzeugte. Mit der Zeit entwickelte er sich zu einem Symbol nautischer Eleganz, getragen bei legendären Regatten und in exklusiven Yachtclubs.

Sein Ruf festigte sich in den 1970er-Jahren während des Whitbread Round the World Race (heute Volvo Ocean Race). Segler wie die Crew von Cornelis Brouwers Flyer in der Ausgabe 1973–74 schätzten seine feuchtigkeitsableitenden Eigenschaften und Bewegungsfreiheit unter der Öljacke. Seine Praxistauglichkeit machte ihn schnell zur Standardausrüstung bei Regatten wie dem Sydney-Hobart- oder dem Fastnet-Rennen sowie in renommierten Clubs wie dem New York Yacht Club oder dem Royal Ocean Racing Club.

Das Design des Pullovers ist präzise durchdacht. Ein echter Troyer zeichnet sich durch einen hohen Reißverschlusskragen aus, der sich flach an die Schlüsselbeine schmiegt, wenn er geschlossen ist – ohne nach hinten abzusthen. Die schwere Variante besteht heute aus einer neuen Wollmischung, die weniger zu Knötchenbildung neigt, figurbetonter sitzt und dehnungsbeständiger ist, erhältlich im exklusiven Farbton Ocean. Der separat angenähte Kragen verleiht Struktur und schafft so eine dynamische Front statt einfacher senkrechter Rippen.

Gefertigt wird jeder Troyer in der kleinen Werkstatt Rymhart in Stade an der Elbe mit akribischer Sorgfalt. Hier wird ausschließlich Schafwolle verarbeitet, die für Wärme, Wasserabweisung und Langlebigkeit steht. Die Wolle stammt aus ausgewählten Beständen, wird in Italien veredelt und mit einem rostfreien Reißverschluss sowie gestrickten Knopfleisten kombiniert, die vor Wind schützen. Die Marke selbst wurde 2010 von dem Erben Karl Siegel nach Jahren der Inaktivität wiederbelebt – mit dem Troyer als zentralem Stück der Kollektion.

Für traditionelle Segler ist ein hochwertiger Seemannspullover wie der Troyer ebenso unverzichtbar wie jedes andere Ausrüstungsstück. Während nautische Akzente ein Outfit aufwerten können, warnen Puristen davor, dass manche Accessoires – wie die Prinz-Heinrich-Mütze – schnell in Kostümierung abgleiten.

Der Troyer-Pullover bleibt ein Dauerbrenner für Segler und Stilbewusste gleichermaßen. Seine Kombination aus Funktionalität und zeitlosem Design sichert ihm weiterhin hohe Nachfrage – von Wettkampfregatten bis in elitäre Yachtclubs. Mit Rymharts unvermindertem Qualitätsanspruch dürfte sein Ruf als robustes und doch raffiniertes Basic auch künftig bestehen.

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