VW gewinnt teilweise im Rechtsstreit mit Ex-Managern um geheime Prüfberichte
Leni SchulzVW-Manager fordern Millionen - Rechtsstreit um Kündigungen - VW gewinnt teilweise im Rechtsstreit mit Ex-Managern um geheime Prüfberichte
Volkswagen befindet sich in einem Rechtsstreit mit zwei ehemaligen Führungskräften über Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe, angebliche Verleumdung und deren Entlassungen. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Vorwürfe, die Manager hätten vertrauliche Prüfberichte zu den Modellen Crafter und Grand California ohne Erlaubnis an Medien und Behörden weitergegeben.
Das Arbeitsgericht Braunschweig hat nun in den beiden Fällen unterschiedliche Urteile gefällt: Eine Kündigung wurde für rechtmäßig erklärt, die andere wegen formeller Mängel für unwirksam befunden.
Das Gericht bestätigte, dass die Entlassung eines der Manager rechtens war, nachdem dieser interne Unternehmensdokumente an das Landeskriminalamt (LKA) weitergeleitet hatte. Die Richter sahen darin einen schweren Verstoß gegen seine Pflicht, im besten Interesse von Volkswagen zu handeln. Ein Sprecher des Konzerns erklärte später, das Urteil bestätige die Position des Unternehmens: Das Verhalten des Managers habe das Vertrauen zerstört und seine Entlassung gerechtfertigt.
Die fristlose Kündigung des zweiten Managers hingegen hob dasselbe Gericht auf. Volkswagen hatte die gesetzlich vorgeschriebene Zwei-Wochen-Frist für eine solche Maßnahme versäumt, wodurch die Entlassung unwirksam wurde. Der Fall geht nun in eine Beweisaufnahmephase, um die Umstände seines Ausscheidens zu prüfen.
Beide ehemalige Führungskräfte streben unabhängig voneinander Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe von Volkswagen an. Über die Klagen wird am 24. April vor dem Landesarbeitsgericht Niedersachsen in Hannover verhandelt. Das Unternehmen hält weiterhin daran fest, dass die unbefugte Weitergabe interner Prüfberichte eine schwere Verletzung der Pflichten der Manager darstellte.
Die Urteile lassen eine Kündigung bestehen, zwingen Volkswagen jedoch, die andere aus verfahrensrechtlichen Gründen neu zu bewerten. Die anstehende Berufungsverhandlung wird zeigen, ob die Manager mit ihren Millionenforderungen erfolgreich sind. Vorerst unterstreichen die Gerichtsentscheidungen die rechtlichen Risiken, die mit der unbefugten Weitergabe vertraulicher Unternehmensdokumente verbunden sind.






