12 April 2026, 06:08

Warendorfer Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz Bürgerprotesten

Schwarz-weiß-Foto einer Stadtstraße mit Gebäuden mit Fenstern, Geländern und Namensschildern sowie einer Straße unten.

Warendorfer Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz Bürgerprotesten

Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen dreier umstrittener Straßen beizubehalten und damit eine Empfehlung einer Bürgerinitiative zur Umbenennung ignoriert. Auch eine Gedenktafel mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel bleibt vorerst am Rathaus hängen.

Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten über die historischen Bezüge der Straßennamen und der Tafel. Betroffen sind die Wagenfeldstraße, der Agnes-Miegel-Weg und die Heinrich-Tenhumberg-Straße – sie behalten ihre bisherigen Bezeichnungen. Ein Antrag auf Umbenennung war von einem lokalen Bürgerbündnis eingereicht worden, doch die Mehrheit im Rat, bestehend aus CDU und Freien Wählergemeinschaft (FWG), lehnte die Änderung ab.

Als Hauptgrund wurden die Kosten genannt. Der Rat schätzte, dass allein der Austausch der Straßenschilder rund 5.700 Euro kosten würde – ein Betrag, den der städtische Haushalt nicht aufbringen könne. André Wenning, Ratsmitglied der FWG, betonte zudem, dass die Meinung der Anwohner die Entscheidung maßgeblich geprägt habe.

Sogar Kompromissvorschläge, wie der Austausch des Miegel-Zitats durch ein Wort des Warendorfer Autors Paul Schallück, fanden keine Zustimmung. Die Verwaltung argumentierte, dass solche Änderungen zusätzliche Mittel und bürokratischen Aufwand erfordern würden. Reinhold Schoppmann vom Bürgerbündnis kritisierte das Ergebnis als vertane Chance zur Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Mit dem Beschluss bleiben die Straßennamen und die Miegel-Tafel unverändert. Aktuell sind keine weiteren Beratungen zu dem Thema geplant. Die Entscheidung unterstreicht die finanziellen Zwänge, die die lokale Politik in Warendorf prägen.

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