27 March 2026, 14:16

Warum das Misstrauen in die Demokratie immer mehr Menschen verbindet

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "├ľffne die Grenzen, rette Leben, bek├Ąmpfe Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Stra├če.

Warum das Misstrauen in die Demokratie immer mehr Menschen verbindet

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Misstrauen gegenüber der Demokratie in bestimmten Gruppen wächst. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen das Vertrauen in Institutionen wie Gerichte, Medien und Wissenschaft verlieren. Seine Forschung wirft ein Licht auf den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump und der deutschen Rechtspopulisten von der AfD.

El-Mafaalani argumentiert, dass es nicht ausreicht, die AfD als inkompetent zu entlarven, um ihre Anhänger zurückzugewinnen. Stattdessen verbinden misstrauische Menschen sich über gemeinsame Skepsis – oft organisiert über digitale Medien. Diese Gruppen vertrauen nur denen, die ihre Ansichten bestätigen, einschließlich Parteien, die der liberalen Demokratie feindlich gegenüberstehen.

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Die AfD selbst hat sich seit ihrer Gründung 2013 als euroskeptische Bewegung stark gewandelt. Nach internen Spaltungen 2015 rückte sie weiter nach rechts und zog 2017 während der Flüchtlingskrise in den Bundestag ein. Bis 2026 verfügt sie über eine starke parlamentarische Fraktion unter den Vorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel. In Regionen wie Baden-Württemberg gewann die Partei nach 2015 an Boden, wenn auch mit unterschiedlichen Ergebnissen – etwa 3,6 Prozent bei der Oberbürgermeisterwahl in Fürth-Neustadt 2020.

Kritiker werfen der AfD vor, Nationalismus, Antisemitismus und Rassismus zu schüren und die öffentliche Debatte zu polarisieren. El-Mafaalani zeigt in seiner Arbeit, wie populistische Strategen gezielt das Vertrauen in Institutionen untergraben. Gleichzeitig schlägt er Wege vor, diesen Entwicklungen wirksamer zu begegnen.

Seine Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Misstrauen in bestimmten Gemeinschaften tief verankert ist. Der Einfluss der AfD wächst weiter, ihre parlamentarische Präsenz ist bis 2026 gefestigt. El-Mafaalanis Forschung bietet einen Rahmen, um den Schwund demokratischen Vertrauens zu verstehen – und möglicherweise gegenzusteuern.

Quelle