Wegners Tennis-Skandal: Warum Berlins Bürgermeister in der Stromkrise weiter spielte
Noah JägerCDU-Kreischef: "Wegner war einen Schritt weiter entfernt" - Wegners Tennis-Skandal: Warum Berlins Bürgermeister in der Stromkrise weiter spielte
Berlins Regierungsbürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während eines flächendeckenden Stromausfalls in die Kritik. Oppositionspolitiker fordern nun seinen Rücktritt und werfen ihm vor, die Öffentlichkeit getäuscht zu haben. Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen sein Verhalten und mangelnde Problembewusstsein, während weite Teile der Hauptstadt ohne Strom waren.
Der Blackout traf Berlin an einem Tag, an dem Wegner ein Tennismatch eingeplant hatte. Zwischen 13:00 und 14:00 Uhr spielte er weiter, rechtfertigte dies später damit, er habe "den Kopf freibekommen" müssen. Zwar betonte er, erreichbar geblieben zu sein, gab jedoch zu, das Ausmaß der Krise zunächst nicht erkannt zu haben.
Unterdessen reagierte Stephan Standfuß, CDU-Kreisvorsitzender von Steglitz-Zehlendorf, zurückhaltend auf die Situation. Anders als Wegner erfasste Standfuß früh die Schwere der Lage und schloss sich mittags dem Krisenstab im Rathaus Zehlendorf an. Er kritisierte Wegners Mitarbeiter, den Bürgermeister nicht zeitnah informiert zu haben, vermied es aber, Wegner direkt für das Tennisspiel verantwortlich zu machen. Wenn der Regierungsbürgermeister die Folgen der Krise angemessen bewältige, sei das Spiel selbst nicht das Hauptproblem, so Standfuß. Einen Tag später besuchte Wegner eine Notunterkunft, um die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Dennoch forderten Oppositionspolitiker – angeführt von der AfD-Fraktionschefin Kristin Brinker – seinen Rücktritt. Sie warfen ihm vor, die Berliner bewusst belogen zu haben, und erhöhten den Druck, als sich weitere Stimmen den Forderungen anschlossen.
Die Folgen von Wegners Verhalten weiten sich weiter aus. Kritiker bemängeln vor allem seine verzögerte Reaktion und den Eindruck von Gleichgültigkeit. Sein Besuch in der Notunterkunft konnte die Forderungen nach politischer Verantwortung kaum dämpfen. Die Debatte dreht sich nun darum, ob sein Krisenmanagement weitere Konsequenzen nach sich ziehen muss.