09 January 2026, 18:23

Winterchaos in Niedersachsen: Jagdverbot soll Wildtiere vor dem Hungertod retten

Eine Gruppe von Wölfen in einer verschneiten Landschaft, mit einem Wolf rechts unten und einem anderen links oben.

Jäger aufgefordert, Jagd in Leer zu unterbrechen - Winterchaos in Niedersachsen: Jagdverbot soll Wildtiere vor dem Hungertod retten

Schwerer Wintereinbruch in Niedersachsen führt zu Notmaßnahmen

Die Landkreise Leer und Aurich haben aufgrund des strengen Winters drastische Schritte eingeleitet und die Jagd eingeschränkt, um das überlebensbedrohte Wild zu schützen. Behörden warnen, dass extreme Kälte und starker Schneefall viele Tiere an den Rand der Erschöpfung bringen und Hunger leiden lassen.

Der Landkreis Aurich handelte als Erster und rief am 8. Januar 2026 offiziell die Notzeit aus. Nach dem Niedersächsischen Jagdgesetz ist damit fast jegliche Jagdaktivität untersagt. Tiere dürfen nicht aufgescheucht, gehetzt oder aus ihren wenigen verbleibenden Futter- und Ruhezonen vertrieben werden. Ausnahmen gibt es nur aus Gründen des Tierschutzes oder der öffentlichen Sicherheit – und auch nur mit strenger behördlicher Genehmigung.

Auch der Landkreis Leer hat Jäger aufgefordert, ihre Aktivitäten vorerst einzustellen. Bei den aktuellen Frosttemperaturen und Schneemassen müssen Wildtiere jede Energie fürs Überleben sparen. Um ihnen zu helfen, lockert die Behörde vorübergehend das sonst geltende Fütterungsverbot – allerdings nur mit artgerechtem Futter. Hundebesitzer in beiden Regionen werden zudem dringend daran erinnert, ihre Tiere unter Kontrolle zu halten. Freilaufende Hunde, die Wild – etwa Gänse – aufscheuchen oder jagen, verschärfen die ohnehin schon prekäre Überlebenssituation der Tiere zusätzlich.

Die Beschränkungen gelten so lange, bis sich die Wetterlage bessert. Jäger müssen sich an die Verbote halten, während Anwohner durch gezielte Fütterung unterstützen können. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiter und entscheiden, wann die regulären Vorschriften wieder in Kraft treten.