Wolfenbüttel streicht Radschnellweg – und spart nur einen Bruchteil des Millionen-Defizits
Leni SchulzWolfenbüttel streicht Radschnellweg – und spart nur einen Bruchteil des Millionen-Defizits
Wolfenbüttel steht vor einem Haushaltsdefizit von 19 Millionen Euro
Die CDU/FDP-Koalition schlägt vor, durch den Stopp der Bauarbeiten an einer neuen Fahrradschnellstraße 1,3 Millionen Euro einzusparen. Das Projekt sollte eigentlich attraktivere Alternativen zum Autoverkehr in der Stadt schaffen.
Die Radschnellverbindung ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Modernisierung des Verkehrs und zur Verringerung der Abhängigkeit vom Auto. Bisher mangelt es in Wolfenbüttel an überzeugenden Optionen für Menschen, die auf das Fahren verzichten möchten. Befürworter argumentieren, dass ein Abbruch des Projekts nun das Bekenntnis der Stadt zu zukunftsweisenden Investitionen untergraben würde.
Der Sparvorschlag der Koalition würde zwar kurzfristig Kosten senken, das grundlegende Finanzproblem aber ungelöst lassen. Die Ratsmehrheit hat bisher nicht dargelegt, wo sie zusätzlich Mittel kürzen oder neue Einnahmen generieren will. Der Klimawandel bleibt eine drängende Herausforderung, und eine Veränderung der Mobilitätsgewohnheiten gilt als notwendig – nicht als optional.
Die Einsparung von 1,3 Millionen Euro würde die Haushaltslücke zwar verringern, die strukturellen Finanzprobleme aber nicht beheben. Die wirtschaftliche Zukunft Wolfenbüttels bleibt ungewiss. Die Entscheidung über die Fahrradschnellstraße wird zeigen, welchen Kurs die Stadt in Sachen Verkehr und Nachhaltigkeit einschlägt.






