18 March 2026, 01:04

Wolfsburg gedenkt erstmals offiziell der Todesmarsch-Opfer von 1945

Eine Gedenktafel an einer Wand, die Fotos von Individuen und Text enthält, gewidmet denen, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren haben.

Wolfsburg gedenkt erstmals offiziell der Todesmarsch-Opfer von 1945

Wolfsburg führt erstes offizielles Gedenken für die Opfer eines Todesmarsches von 1945 ein

Die Stadt Wolfsburg hat mit dem 7. April ihr erstes offizielles Gedenken eingeführt, um an die Opfer eines Todesmarsches im Jahr 1945 zu erinnern. An diesem Datum begann die zwangsweise Evakuierung von Häftlingen aus dem Außenlager Laagberg des Konzentrationslagers. Die Stadtführung bezeichnet diesen Schritt als Teil der fortlaufenden Bemühungen, sich der Kriegsvergangenheit der Region zu stellen.

Die Entscheidung folgt auf jahrelange historische Forschungen zur Rolle Wolfsburgs in der NS-Zeit. In der Region gab es zwei große Außenlager: Fallersleben, das dem KZ Neuengamme unterstand, sowie ein Frauenlager, das mit Ravensbrück verbunden war und in dem Häftlinge gezwungen wurden, Rüstungsgüter für Volkswagen herzustellen. Als die Alliierten im April 1945 vorrückten, wurden Tausende Gefangene aus Außenlagern wie Porta Westfalica und Watenstedt-Salzgitter auf Todesmärsche getrieben. Viele starben an Erschöpfung, Hunger oder wurden von SS-Angehörigen auf den Routen durch Braunschweig, Fallersleben und Hannover erschossen.

Der Stadtrat beschloss das erste offizielle Gedenken einstimmig. Bürgermeister Dennis Weilmann kündigte zudem Pläne für eine neue Gedenkstätte am historischen Ort Laagberg an, deren Bau noch in diesem Jahr beginnen soll. Die Initiative ist Teil des umfassenderen Engagements Wolfsburgs für historische Aufarbeitung und demokratische Bildung.

Das erste offizielle Gedenken wird künftig jährlich am 7. April begangen. Eine dauerhafte Gedenkstätte in Laagberg soll das Andenken an die Opfer der Todesmärsche bewahren. Die Verantwortlichen betonen, wie wichtig es ist, kommende Generationen über dieses Kapitel der lokalen Geschichte aufzuklären.

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AKTUALISIERUNG

Neue historische Details zum 1945er Todesmarsch von Laagberg

Neue Forschungsergebnisse enthüllen bisher unbekannte Einzelheiten über die 1945er Evakuierung von Laagberg-Häftlingen. Die Anzahl der Teilnehmer des Zwangsmarsches hatte sich fast verdoppelt auf 1.600 aufgrund von Transporten aus Kassel und Porta Westfalica. Sie wurden mit über 100 pro Viehwaggon nach Wöbbelin gezwängt, wo täglich über 50 an Krankheit starben. Die VVN-Gedenkveranstaltung des Jahres 2020 am ehemaligen Lagertor wurde von der Stadtadoption des Gedenkfeiertages preceded.