02 February 2026, 20:21

Zukunft des Heide Park Campingplatzes in Lüneburg: Hitze zwischen Wohnidyll und Industrieplänen

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Stadtansicht, diegrüne Bäume, hohe Gebäude, ruhiges Wasser, kleine Boote und geschwungene Schrift zeigt.

Zukunft des Heide Park Campingplatzes in Lüneburg: Hitze zwischen Wohnidyll und Industrieplänen

Heiße Debatte um die Zukunft des Heide Park Campingplatzes in Lüneburg

Beim Bauausschuss der Stadt Soltau kam es zu einer hitzigen Diskussion über die Zukunft des Heide Park Campingplatzes in Lüneburg. Der Campingplatz, auf dem etwa 70 mobile und feste Wohneinheiten stehen, liegt auf einem Gelände, das für die industrielle Erweiterung vorgesehen ist. Anwohner, Stadtvertreter und politische Gruppen gerieten über Pläne aneinander, die langfristig zur Schließung des Platzes führen könnten.

Der Campingplatz hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Noch 2020 beherbergte er rund 40 Einheiten, doch bis 2025 stieg die Nachfrage nach Camping auf über 70 an. Auf der Website des Platzes wird mit "Traum-Mobilheimen" geworben, sogar virtuelle Rundgänge durch Musterunterkünfte werden angeboten. Doch seine Lage ist problematisch: Er befindet sich innerhalb von 100 Hektar Fläche, die für ein neues Industrie- und Gewerbegebiet in der Nähe der Autobahn A7 ausgewiesen wurden.

Die Sitzung am Dienstag zog ungewöhnlich viele Besucher an, sodass im Alten Ratssaal zusätzliche Sitzplätze eingerichtet werden mussten. Im Mittelpunkt stand die Verlängerung eines Bauverbots für den Entwurf des Bebauungsplans, der den Campingplatz – mittlerweile unter dem Namen Heide Park Campingplatz bekannt – betrifft. Die CDU argumentierte, eine Verlängerung sei höchstens um ein weiteres Jahr möglich, da unbegrenzte Verzögerungen nicht zulässig seien.

Bürgermeister Karsten Brockmann betonte den dringenden Bedarf an weiteren Wohnbauflächen und verwies auf die hohe Nachfrage nach Grundstücken entlang der Tetendorfer Straße. Die SPD-Fraktion unterstützte die Position der Stadt und erklärte, man benötige "Reserveflächen" für künftiges Wachstum. Der Geschäftsführer Torben Kostiuk hingegen beharrte darauf, dass der Campingplatz rechtmäßig betrieben werde und von den langfristigen Plänen der Stadt nicht betroffen sei.

Die Anwohner des Platzes äußerten scharfe Kritik an den Schließungsplänen und verteidigten ihre Lebensweise. Sie warfen der Stadt vor, den Wert des Campingplatzes als Wohnform zu ignorieren. Auch der potenzielle Investor Deichmann meldete sich zu Wort und erklärte, man prüfe noch, ob in Soltau Ost III ein Verteilzentrum entstehen solle. Das Unternehmen betonte, dass mehrere Faktoren sorgfältig abgewogen werden müssten, bevor eine Entscheidung falle.

Die Zukunft des Campingplatzes bleibt ungewiss, während die Stadt die industrielle Expansion vorantreibt. Da die Frist für das Bauverbot bald abläuft, ist in den kommenden Monaten mit einer Entscheidung über den Bebauungsplan zu rechnen. Bis dahin läuft der Betrieb weiter – doch Anwohner und Verantwortliche bereiten sich auf mögliche Veränderungen vor.