07 April 2026, 16:09

Zwei Denkmäler, zwei Geschichten: Von Zwangsarbeit und Kolumbus-Kult

Ein Gebäude mit einer Holocaust-Gedenktafel, einem Fenster, einer Tür, einer Außenleuchte, einer Kette und umgebenden Pflanzen.

Zwei Denkmäler, zwei Geschichten: Von Zwangsarbeit und Kolumbus-Kult

Zwei völlig unterschiedliche Denkmäler stehen heute als Symbole gegensätzlicher historischer Erblasten. In Brandenburg erinnert eine Figur aus Cortenstahl an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs. Unterdessen bleibt eine Statue von Christoph Kolumbus in Washington D.C., die unter Präsident Donald Trump wiederaufgestellt wurde, ein umstrittenes Symbol der Kolonialgeschichte. Beide Denkmäler spiegeln die anhaltenden Debatten darüber wider, wie Gesellschaften ihre Vergangenheit bewahren.

Das Brandenburger Denkmal wurde 2018 in der Nähe des Gutes Neuendorf im Sande errichtet. Es zeigt eine Frau aus Cortenstahl und steht für die Menschen, die dort während der NS-Zeit zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die Initiative ging vom Bruder Jutta Baumwolls aus, einer Überlebenden, die später die dunkle Geschichte des Anwesens aufdeckte. Baumwoll selbst wurde nach Auschwitz deportiert und ermordet. Heute dient die Statue als Ort des Gedenkens, der am Holocaust-Gedenktag und zum Jahrestag der Befreiung des Gutes besucht wird. Auch Radfahrer und Geocaching-Enthusiasten machen hier Halt, während sich an Baumwolls Geburtstag im Mai größere Menschenmengen versammeln.

Auf der anderen Seite des Atlantiks blickt die Kolumbus-Statue nahe dem Weißen Haus auf eine weit umstrittenere Geschichte zurück. Das ursprüngliche Denkmal war 1984 von Präsident Ronald Reagan in Baltimore enthüllt worden. Nach den Protesten der Black-Lives-Matter-Bewegung im Jahr 2020, bei denen zahlreiche Kolumbus-Statuen gestürzt wurden, ließ Trump diese 2021 wieder aufstellen. Kritiker werfen ihm vor, Kolumbus damit als "ursprünglichen amerikanischen Helden" stilisieren zu wollen – und seine Verbindungen zu kolonialer Gewalt zu ignorieren. Unterstützer wie die Italian American Organizations United behaupten hingegen, die Statue werde nun "friedlich" an einem geschützten Ort strahlen.

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Die beiden Denkmäler markieren heute sehr unterschiedliche Kapitel der Geschichte. Das eine ehrt Opfer von Unterdrückung, das andere bleibt ein Zankapfel in den Debatten über Kolonialismus. Beide ziehen weiterhin Besucher an und erinnern daran, wie Denkmäler die Erzählungen prägen – und von ihnen geprägt werden –, die Gesellschaften über ihre Vergangenheit wählen.

Quelle