Brandenburger Druckmaschinenwerk wird zum Zentrum für Drohnenabwehrtechnik
Noah JägerBrandenburger Druckmaschinenwerk wird zum Zentrum für Drohnenabwehrtechnik
Druckmaschinenwerk in Brandenburg an der Havel stellt auf Drohnenabwehr um
Ein Druckmaschinenwerk in Brandenburg an der Havel beginnt mit der Produktion von Drohnenabwehrsystemen. Der seit 1991 von der Heidelberger Druckmaschinen AG betriebene Standort wird nun zum Sitz eines Joint Ventures zwischen der Tochterfirma HD Advanced Technologies (HDAT) und dem amerikanisch-israelischen Unternehmen OAS. Damit vollzieht das Werk den Wandel von traditioneller Industriearbeit hin zur militärisch geprägten Fertigung.
Die neuen Systeme sollen vor allem Hobby-Drohnen in der Nähe von Flughäfen ausschalten und so das Risiko von Unfällen und Betriebsstörungen verringern. Das Brandenburger Werk beschäftigte jahrzehntelang rund 400 Mitarbeiter und bot Ausbildungsplätze in den Bereichen Industriemechanik und Mechatronik an. Künftig wird hier autonome Drohnenabwehrtechnologie entwickelt, produziert und vertrieben. Erste Absatzmärkte sind Deutschland und die Ukraine, später soll die Expansion in die gesamte EU folgen.
Die Reaktionen vor Ort fallen gemischt aus. Bürgermeister Daniel Keip unterstützt das Projekt und argumentiert, es stärke die Position der Stadt als Industriestandort. Heidi Hauffe, Vorsitzende des örtlichen BSW-Verbands, kritisiert hingegen die Umstellung auf Rüstungsproduktion und warnt vor möglichen Gefahren. Auch Dominik Mikhalkevich, Bewohner des nahegelegenen Stadtteils Hohenstücken, äußert sich besorgt und verweist auf die seit 1990 anhaltende Vernachlässigung des Viertels.
Widerstand regt sich jedoch nicht nur lokal. Die Landesgliederung der Linken ruft zur Teilnahme am Osterfriedensmarsch in Ludwigsfelde auf, um gegen den Ausbau der militärischen Fertigung zu protestieren.
Das Joint Venture bringt für das Brandenburger Werk eine neue Ausrichtung mit sich – weg von der Drucktechnologie, hin zur Drohnenabwehr. Die industrielle Belegschaft muss sich an die Veränderungen anpassen, während die Debatten über ethische und sicherheitspolitische Folgen anhalten. Die ersten Systeme sollen zunächst in Deutschland und der Ukraine eingesetzt werden, bevor sie auf dem europäischen Markt verfügbar sein werden.






