Brandenburgs rot-schwarze Koalition zieht Bilanz nach 100 Tagen im Amt
Philipp HartmannBrandenburgs rot-schwarze Koalition zieht Bilanz nach 100 Tagen im Amt
Brandenburgs rot-schwarze Koalition hat ihre ersten 100 Tage im Amt abgeschlossen. Die Zusammenarbeit zwischen SPD und CDU entstand, nachdem die vorherige Alliance der Sozialdemokraten mit der BSW im Januar gescheitert war. Beide Parteien bezeichnen ihre Kooperation bisher als vertrauensvoll, reibungslos und effektiv.
Die neue Regierung formierte sich nach dem Zerbrechen des Bündnisses zwischen der SPD und Bündnis Sahra Wagenknecht zu Jahresbeginn. Seitdem hat sie sich auf ein ambitioniertes Gesetzgebungsprogramm konzentriert. Geplant sind unter anderem die Ausweitung von Polizeibefugnissen, eine Reform der Kita-Finanzierung sowie die Verpflichtung, bei öffentlichen Aufträgen Tarifverträge einzuhalten.
In einigen Bereichen gibt es bereits Fortschritte: Gesetze zur Beschleunigung von Berufungsverfahren für Hochschulprofessoren und zum Abbau von Bürokratie wurden bereits verabschiedet. Weitere Vorhaben wie eine Landarztquote und die Zulassung personaloser Mini-Supermärkte sollen noch in diesem Herbst umgesetzt werden.
Nun stehen die Haushaltsberatungen im Mittelpunkt. Die Koalition muss ihren ersten gemeinsamen Doppelhaushalt für 2027 und 2028 finalisieren, mit dem Ziel, ein Milliardendefizit abzubauen. Erhebliche Ausgabenkürzungen in den Ministerien sollen helfen, die Finanzen zu konsolidieren. Allerdings werden der Bildungsbereich und das Gesundheitsministerium trotz ihrer angespannten Lage nur begrenzt gekürzt.
Ein jüngstes Urteil des Verfassungsgerichts zu Besoldungsansprüchen von Beamten verschärft den finanziellen Druck zusätzlich. Die Entscheidung belastet den Haushalt mit Zusatzkosten von 300 bis 600 Millionen Euro.
Die ersten 100 Tage der Regierung zeigen solide Fortschritte in der Sachpolitik und bei ersten Reformen. Doch die Herausforderung bleibt, den Haushalt auszugleichen, rechtliche Verpflichtungen zu erfüllen und gleichzeitig zentrale Vorhaben zu finanzieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Koalition ihre finanziellen und gesetzgeberischen Ziele erreichen kann.






