Braunschweig plant radikale Umgestaltung des Großer-Hof-Viertels bis 2030
Leni SchulzBraunschweig plant radikale Umgestaltung des Großer-Hof-Viertels bis 2030
Braunschweigs Großer-Hof-Viertel steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Bereits nächsten Dienstag stimmt der Stadtrat darüber ab, ob das Gebiet als städtebauliches Sanierungsgebiet ausgewiesen wird. Bei einer Zustimmung würde der Plan nicht nur langjährige Probleme angehen, sondern das Viertel auch zukunftsfähig neu gestalten.
Das Großer-Hof-Areal kämpft derzeit mit erheblichen Herausforderungen: Zwei Schulen wurden geschlossen, und große Parkplätze prägen das Bild – der Eindruck von mehr Autos als urbanem Leben dominiert. Die Lage am Rande der Innenstadt verschärft die Dringlichkeit der Situation.
Ziel der geplanten Neugestaltung ist ein autoreduziertes, kreatives Quartier. Geplant sind neue Wohngebäude, eine Quartiersgarage sowie Räume für die Städtische Galerie, Ateliers für Künstler:innen und die Kreativwirtschaft. Ergänzt wird das Konzept durch soziale Infrastruktur wie eine Kita und ein Familiengemeinschaftszentrum. Zudem sollen Grünflächen aufgewertet werden, um die Nachhaltigkeit in dem dicht bebauten Gebiet zu stärken.
Grundlage des Projekts ist der siegreiche Wettbewerbsentwurf von 2024 eines Hamburger Architekturbüros. Die Gesamtkosten werden auf 60 Millionen Euro geschätzt, wobei die Stadt Braunschweig 7,9 Millionen Euro aus eigenen Mitteln beisteuert. Den Rest übernehmen Landes- und Bundesförderprogramme für Stadtentwicklung, darunter die Initiative „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“.
Stadtplaner:innen sehen in dem Vorhaben die Chance, städtebauliche Defizite zu beheben. Das Ziel: aus dem Viertel einen lebendigeren, funktionaleren und attraktiveren Teil Braunschweigs zu machen.
Die Entscheidung des Rates in der kommenden Woche wird darüber bestimmen, ob die Umgestaltung voranschreitet. Bei einem grünen Licht entstehen im Großer Hof neues Wohnraumangebot, kulturelle Räume und eine verbesserte Infrastruktur. Die Investitionen der Stadt – kombiniert mit Landes- und Bundesmitteln – werden die Zukunft des Viertels nachhaltig prägen.






