Clara Herrmann verlässt Friedrichshain-Kreuzberg: Das Ende einer grünen Ära
Leni SchulzBezirksb├╝rgermeisterin Clara Herrmann tritt nicht mehr an - Clara Herrmann verlässt Friedrichshain-Kreuzberg: Das Ende einer grünen Ära
Clara Herrmann, die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg für die Grünen, wird bei der anstehenden Wahl im September nicht mehr antreten. Die 40-jährige Politikerin, die den Bezirk seit 2021 führt, gab bekannt, nicht erneut zu kandidieren. Stattdessen will sie nach fast einem Jahrzehnt in der Kommunalpolitik neue Herausforderungen angehen.
Herrmanns politische Laufbahn umfasst mehr als zwei Jahrzehnte. Von 2006 bis 2016 war sie als Grünen-Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus tätig. Später übernahm sie Verantwortung auf Bezirksebene und wurde schließlich im November 2021 unter einer grün-rot-schwarzen Koalition zur Bezirksbürgermeisterin gewählt.
Während ihrer Amtszeit setzte sie sich für progressive, ökologische Politik ein. Zu ihren Projekten gehörte der Ausbau klimaneutraler Kieze, etwa die Initiative in der Reuterstraße mit Solaranlagen und begrünten Dächern, die bis 2024 umgesetzt werden soll. Sie unterstützte zudem Wohnprojekte für Geflüchtete und queere Gemeinschaften, wie die Erweiterung des Neuköllner Frauenzentrums 2023. Soziale Programme wie die 2022 eingeführten und 2025 ausgeweiteten kostenlosen Schulmahlzeiten sollten die Armut im Bezirk bekämpfen.
Ihre Führung hielt Debatten zu Themen wie dem Schutz des Tempelhofer Felds und der Stärkung der Mieterrechte lebendig. Die Grünen-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung reagierte auf ihren Rückzug mit Respekt und Bedauern.
Herrmann hinterlässt einen Bezirk, der von ihrem Einsatz für Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Vielfalt geprägt ist. Ihr Abschied ebnet den Weg für eine neue Führung in Friedrichshain-Kreuzberg, während sie sich selbst neuen Aufgaben außerhalb der Kommunalpolitik zuwendet.






