Daniel Küblböcks tragisches Schicksal: Vom Topmodel-Star zur queeren Ikone mit tödlichem Ende
Noah JägerSieben Jahre nach seinem Tod: ARD-Doku erzählt die Lebensgeschichte des 'DSDS'-Stars - Daniel Küblböcks tragisches Schicksal: Vom Topmodel-Star zur queeren Ikone mit tödlichem Ende
Daniel Küblböck, besser bekannt als Lana Kaiser, wurde in Germany’s Next Topmodel zu einer polarisierenden Figur in Deutschland. Einst als queere Ikone gefeiert, sah er sich jahrelanger öffentlicher Feindseligkeit und Schikane ausgesetzt. Sein Leben nahm 2018 eine tragische Wende, als er während einer Kreuzfahrt vor der Küste Neufundlands spurlos verschwand und ein vielschichtiges Erbe hinterließ.
Erstmals auf sich aufmerksam machte Küblböck 2009 als exzentrischer Kandidat bei Germany’s Next Topmodel. Sein markantes Auftreten und sein kompromissloser Stil hoben ihn aus der Masse hervor – lösten aber auch heftige Ablehnung aus. Medienberichte stempelten ihn fälschlich als persönlichkeitsgestört ab, während das Publikum ihn auf der Bühne ausbuhte und mit Todesdrohungen konfrontierte. Zeitweise benötigte er Polizeischutz.
Nach Jahren der Anfeindungen zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Freunde, darunter die Drag-Performerin Olivia Jones, enthüllten später, dass Küblböck sich als Transfrau geoutet hatte und den Namen Lana Kaiser annahm. Gleichzeitig versuchte er, sich mit einem maskulineren Image neu zu erfinden und distanzierte sich von seiner früheren Persönlichkeit. Jones sah in diesem Wandel einen verzweifelten Versuch, dem unerbittlichen Hass zu entfliehen und endlich ernst genommen zu werden.
Im September 2018 nahm Küblböck an einer Kreuzfahrt vor der Küste Neufundlands teil. Augenzeugen berichteten, er habe sichtbar verzweifelt gewirkt, während einige Passagiere homophobe Beschimpfungen gegen ihn richteten. Tage später stürzte er über Bord. Seine Leiche wurde nie gefunden; offiziell wurde er im Februar 2021 für tot erklärt.
Trotz des tragischen Endes betrachten Persönlichkeiten wie Lucy Diakovska und Ricardo Simonetti Küblböcks Geschichte als Meilenstein der queeren Bewegung. Sie beschreiben sie als eine Ermächtigungserzählung, die trotz ihres herzzerreißenden Ausgangs die Kämpfe und die Widerstandsfähigkeit von LGBTQ+-Personen angesichts von Vorurteilen ins Rampenlicht rückte.
Küblböcks Verschwinden hinterließ viele ungelöste Fragen, doch sein Einfluss auf die queere Community in Deutschland bleibt bestehen. Olivia Jones, die noch immer mit der Trauer ringt, sprach offen über ihre Reue, nicht früher eingegriffen zu haben. Seine Geschichte bleibt eine erschütternde Mahnung an die Folgen öffentlicher Hetze – und den anhaltenden Kampf um Akzeptanz.