Deutschland plant Sefe-Privatisierung für bis zu 2 Milliarden Euro
Philipp HartmannDeutschland plant Sefe-Privatisierung für bis zu 2 Milliarden Euro
Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Germania-Tochter, und strebt dabei einen Erlös von 1,5 bis 2 Milliarden Euro an. Die Bundesregierung muss ihren Anteil am Unternehmen bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren. Gleichzeitig wird eine mögliche Fusion mit einem weiteren deutschen Gasimporteur, Uniper, geprüft.
Sefe betreibt derzeit kritische Energieinfrastruktur, darunter Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung. Das Unternehmen hat erklärt, seine Vermögenswerte nicht aufsplitten zu wollen, sondern die Kerngeschäfte zusammenzuhalten.
In einer anderen Entwicklung hat das US-Finanzministerium eine letzte einmonatige Sanktionen-Ausnahmegenehmigung für Naftna Industrija Srbije (NIS), den staatlichen serbischen Ölkonzern, verlängert. Russische Unternehmen halten die Mehrheit an NIS, und die USA hatten Gazprom Neft ursprünglich 45 Tage eingeräumt, um seine Anteile zu veräußern.
In einem weiteren europäischen Land prüft Moldau unterdessen die Verstaatlichung seines Gasversorgers Moldovagaz nach einem Streit mit dem russischen Konzern Gazprom. Das russische Unternehmen besitzt die Hälfte von Moldovagaz und hat gedroht, die Gaslieferungen an Moldau ab dem 1. Januar einzustellen.
Die Privatisierung von Sefe wird die deutsche Energielandschaft neu gestalten, wobei eine mögliche Fusion mit Uniper im Raum steht. Die Verlängerung der US-Ausnahmegenehmigung für NIS schafft vorerst Entlastung, während die geplante Verstaatlichung von Moldovagaz die anhaltenden Spannungen mit Gazprom widerspiegelt. Fristen für Beteiligungsverkäufe und Lieferrisiken bleiben in beiden Fällen entscheidende Faktoren.






