06 February 2026, 22:27

Gil Ofarim gesteht Lüge: Antisemitismus-Vorwurf gegen Hotelmitarbeiter war erfunden

David Letterman im Anzug und Krawatte vor einem Publikum stehend, beleuchtet von Scheinwerfern und umgeben von einer Wand, wahrscheinlich bei der Premiere seines kommenden Films.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim gesteht Lüge: Antisemitismus-Vorwurf gegen Hotelmitarbeiter war erfunden

Im Oktober 2021 warf der Sänger Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels Antisemitismus vor und behauptete, der Angestellte habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Die Vorwürfe lösten eine breite Debatte und juristische Schritte aus. Fast zwei Jahre später gab Ofarim vor Gericht zu, dass seine Anschuldigungen falsch waren.

Der Vorfall ereignete sich während Ofarims Aufenthalts im Westin Hotel in Leipzig. Später veröffentlichte er ein Video im Internet, in dem er behauptete, ein Mitarbeiter habe antisemitische Bemerkungen gemacht und ihn aufgefordert, die Kette zu verbergen. Die Überwachungsaufnahmen des Hotels zeigten jedoch keine Spur der Halskette, woraufhin Ofarim später behauptete, das Video sei manipuliert worden.

Zudem gab er an, es gebe einen Zeugen, der ihn mit der Kette gesehen habe. Im Laufe des Gerichtsverfahrens tauchte jedoch kein solcher Beweis auf. Das Hotel führte zwar 2021 eine interne Prüfung durch, ergriff aber keine Maßnahmen gegen den Mitarbeiter. Stattdessen verklagte der Angestellte Ofarim wegen Verleumdung.

Im November 2023 erschien Ofarim vor dem Landgericht Leipzig und räumte ein, gelogen zu haben. Er wurde zur Zahlung von 10.000 Euro Schadensersatz verurteilt. Das Verfahren wurde im August 2024 offiziell eingestellt, nachdem die Zahlung bestätigt worden war. Sein Anwalt, Dr. Alexander Stevens, nannte die Situation "kaum zu überbietend in ihrer Heuchelei".

Ofarim äußerte sich später 2023 in der Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! zum Skandal. Auf Nachfrage berief er sich auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, doch der Anwalt des Mitarbeiters stellte klar, dass es eine solche nicht gebe – lediglich eine Unterlassungserklärung, die Ofarim daran hinderte, seine Behauptungen zu wiederholen.

Der Fall hat nachhaltige Folgen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte Ofarim dafür, das Vertrauen in echte Opfer von Antisemitismus untergraben zu haben. Sein öffentlicher Ruf hat erheblich gelitten, während der Hotelmitarbeiter von jedem Fehlverhalten freigesprochen wurde. Die juristische Einigung beendete zwar den Streit, doch die Diskussion über falsche Anschuldigungen hält an.