Grönemeyer erhält Nationalpreis für sein gesellschaftliches Engagement und kritisiert Politiker
Noah JägerGrönemeyer erhält Nationalpreis für sein gesellschaftliches Engagement und kritisiert Politiker
Herbert Grönemeyer ist mit dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für sein langjähriges gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Der 70-jährige Musiker nahm die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung bei einer Feier in Berlin entgegen. Der Preis wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich für eine demokratische Gesellschaft einsetzen.
In seiner Dankesrede kritisierte Grönemeyer Politiker dafür, in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht klar genug mit der Bevölkerung kommuniziert zu haben. Als Beispiele für dieses Versäumnis nannte er explizit die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und den amtierenden Kanzler Olaf Scholz.
Der Künstler mahnte zu einer optimistischen Grundhaltung und erinnerte an das Jahr 2015, als Deutschland Geflüchtete willkommen hieß – ein Moment der Einheit. Statt Zukunftsängsten zu verfallen, verglich er Zusammenarbeit mit dem Fußball und verwies auf die Mittelfeldspieler Felix Nmecha und Aleksandar Pavlović, die trotz ihrer Zugehörigkeit zu verfeindeten Bundesliga-Vereinen Hand in Hand spielen.
Grönemeyer rief zudem zu mehr bürgerlichem Engagement auf. Die Zivilgesellschaft brauche keine väterlichen oder mütterlichen Autoritätsfiguren wie eine „Mutti“ oder einen „Vati“, betonte er, sondern solle Eigeninitiative ergreifen.
Der Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung würdigt Personen und Organisationen, die sich für die Stärkung der Demokratie einsetzen. Mit der Auszeichnung wird Grönemeyers Einsatz für gesellschaftliche Verantwortung und öffentliche Teilhabe gewürdigt. Die Preisverleihung fand in Berlin statt, wo er seine Botschaft an die Anwesenden richtete.






