Großrazzia gegen mutmaßlichen Schleuserring in Norddeutschland mit Verdacht auf Arbeitsausbeutung
Philipp HartmannGroßrazzia gegen mutmaßlichen Schleuserring in Norddeutschland mit Verdacht auf Arbeitsausbeutung
Behörden haben eine Großrazzia gegen einen mutmaßlichen Schleuserring in Norddeutschland eingeleitet. Rund 100 Beamte durchsuchten im Rahmen der Ermittlungen sechs Objekte in Bremerhaven und im Landkreis Cuxhaven. Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe der Arbeitsausbeutung und der illegalen Einwanderungsförderung.
Auslöser für die Ermittlungen war die Ankunft eines belarussischen Staatsbürgers am Flughafen Hannover mit einem polnischen Visum, der beabsichtigte, in Deutschland zu arbeiten. Der Mann sollte laut Verdacht über eine lokale Vermittlungsagentur als Pflegekraft in Privathaushalten eingesetzt werden. Den Ermittlern zufolge sorgten die Beschuldigten nicht für die erforderlichen Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen des Arbeitnehmers.
Drei deutsche Staatsbürger aus der Region Cuxhaven gerieten nun in den Fokus der Ermittler: eine 53-jährige Frau, die Inhaberin der Agentur, sowie zwei Männer im Alter von 57 und 30 Jahren. Den Behörden zufolge besteht zudem der Verdacht, dass Mindestlöhne nicht gezahlt und Sozialabgaben vorenthalten oder veruntreut wurden.
Die Aktion ist Teil einer umfassenderen Untersuchung zum gewerbsmäßigen Einschleusen von Staatsbürgern aus Osteuropa nach Deutschland. Zollfahnder prüfen derzeit Hinweise auf etwa 170 weitere Pflegekräfte, die mit derselben Agentur in Verbindung stehen könnten. Die Auswertung des beschlagnahmten Materials wird voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Weitere Einzelheiten zum Fall werden derzeit nicht bekannt gegeben. Die Ermittlungen dauern an, wobei sich die Behörden auf das mutmaßliche Schleusernetzwerk und die Arbeitsrechtsverstöße konzentrieren. Die beschlagnahmten Beweismittel werden über die nächsten Schritte im juristischen Verfahren entscheiden.
