29 April 2026, 06:27

Grüner Wirtschaftsrat fordert 2-Prozent-Steuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro

Plakat mit fetter schwarzer Schrift "Trickle-Down Economics Doesn't Work" auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem dünnen schwarzen Rand, begleitet von einem Zitat des Präsidenten Biden.

Grüner Wirtschaftsrat fordert 2-Prozent-Steuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro

Karl Haeusgen, Co-Vorsitzender des Wirtschaftsrats der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Der Plan sieht eine jährliche Mindestabgabe von 2 % auf Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Haeusgen, der auch Miteigentümer eines mittelständischen Unternehmens ist, argumentiert, die Maßnahme stärke die Steuergerechtigkeit, ohne das Wirtschaftswachstum zu beeinträchtigen.

Haeusgen übernahm seine aktuelle Position Mitte 2025 und teilt sich die Führung des Wirtschaftsrats der Grünen mit Marie-Luise Wolff. Zuvor stand er von 2020 bis 2024 an der Spitze des konservativen Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Seine Erfahrung in Wirtschaft und Politik prägt seinen Ansatz in der Wirtschaftspolitik.

Die geplante Steuer würde nur die größten Vermögen treffen, beginnend bei einem Vermögen von 100 Millionen Euro. Da Vermögen oft um bis zu 6 % jährlich wachsen, würde die 2 %-Abgabe den Vermögensstamm nicht schmälern. Haeusgen schlug zudem vor, dass Steuerzahler inländische Kapitalerträge und Einkommenssteuern von der Vermögenssteuer abziehen können.

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Seine Kritik an der Regierung geht über die Vermögenssteuer hinaus. Kürzlich bezeichnete er die pauschale Senkung der Spritsteuern als "planlose Hilfsmaßnahme", die die steigenden Kosten nicht wirksam bekämpfe. Der Wirtschaftsrat der Grünen wirbt nun um enttäuschte Anhänger der Freien Demokratischen Partei (FDP) und unabhängige Unternehmer, die Umweltfragen Priorität einräumen.

Haeusgen ist überzeugt, dass die Vermögenssteuer die Steuerdisziplin verbessern und Kürzungen bei anderen Sozialleistungen ausgleichen würde. Da sie nur die Ultravermögenden belaste, könne sie den sozialen Zusammenhalt stärken, ohne kleinere Unternehmen zu belasten. Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Haeusgen versucht, wirtschaftliche Interessen mit progressiver Steuerpolitik zu verbinden. Bei einer Umsetzung würde die Steuer weniger als 1.000 Personen in Deutschland betreffen. Sein eigenes Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 500 Millionen Euro läge je nach Vermögensbewertung knapp unter der Grenze.

Quelle