Hannovers „Queere Bücherbox“ bringt Vielfalt in die Kitas – doch nicht alle sind begeistert
Philipp HartmannHannovers „Queere Bücherbox“ bringt Vielfalt in die Kitas – doch nicht alle sind begeistert
Hannover führt 'Queere Bücherbox' für Kitas ein – Diversität für die Kleinsten
Hannover hat eine sogenannte Queere Bücherbox für Kindertageseinrichtungen eingeführt, um Vielfalt bereits bei kleinen Kindern zu fördern. Die Sammlung umfasst 14 Titel, die Themen wie Familienformen, geschlechtliche Identität und körperliche Unterschiede behandeln. Während einige die Initiative loben, kritisieren andere, dass sie Kleinkinder zu früh mit komplexen Konzepten konfrontiere.
Das Projekt startete 2022, als ein queeres Mitarbeitendennetzwerk der Stadtverwaltung über 100 Bücher prüfte. Davon wurden 66 für den Einsatz in Kitas empfohlen. Juliane Steeger, die Beauftragte für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Hannover, stellte schließlich die Auswahl von 14 Büchern offiziell vor.
Eines der Werke, „Onkel Bobbys Hochzeit“, zeigt einen blonden, bärtigen Bräutigam, der einen dunkelhäutigen Ehemann heiratet. Die Geschichte thematisiert Akzeptanz und vielfältige Familienmodelle. Im Familienblog der Stadt auf Instagram werden die Bücher als Hilfsmittel beschrieben, um Kindern Unterschiede auf spielerische und positive Weise näherzubringen.
Kritik kommt unter anderem von der AfD-Landesabgeordneten Vanessa Behrendt. Sie wirft den Büchern vor, Kleinkinder zu überfordern, und Stadtmitarbeitenden vor, Grenzen zu überschreiten. Behrendt kündigte an, jeden empfohlenen Titel zu prüfen, da solche Inhalte Kinder in einer verletzlichen Phase verunsicherten. Befürworter:innen hingegen argumentieren, dass die Initiative Kindern ermöglicht, ihre eigenen Familien in Geschichten wiederzuerkennen. Sie sehen darin eine Chance, frühzeitig Verständnis und Wertschätzung für Vielfalt durch ansprechende Erzählungen zu vermitteln.
Die Queere Bücherbox ist nun in Hannoverer Kitas verfügbar. Sie enthält Geschichten zu Familiendiversität, geschlechtlicher Identität und Akzeptanz. Die Initiative löst weiterhin sowohl Anerkennung für ihre Inklusivität als auch Debatten über ihre Eignung für junge Leser:innen aus.