23 June 2026, 20:04

Klimaforscher Edenhofer warnt vor Rückschlag durch fossile Energien vor COP28

Klimaforscher Edenhofer warnt vor schwerem Rückschlag in internationalen Klimaverhandlungen

Klimaforscher Edenhofer warnt vor Rückschlag durch fossile Energien vor COP28

Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, warnt vor einem schweren Rückschlag bei den globalen Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel. Besonders besorgniserregend sei die anhaltende Rolle fossiler Brennstoffe im Vorfeld des nächsten UN-Klimagipfels, so Edenhofer.

Er kritisiert öl- und gasfördernde Staaten scharf, die neue Technologien als Rechtfertigung nutzen, um ihre Förderung fossiler Energieträger fortzusetzen. Dies sei ein „Feigenblatt“, um den Status quo aufrechtzuerhalten. Die Entschlossenheit der Golfstaaten, Öl und Gas unbegrenzt weiter zu verkaufen, bezeichnet er als „alarmierend“.

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Beim Petersberger Klimadialog bewertete Edenhofer die Debatte über die CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS) als „hochriskant“ und „gefährlich“. Er fordert die EU und die USA auf, sich gegen solche Strategien zu verbünden. Zudem verlangt er einen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energien in den Monaten vor der COP28.

Als Lösung schlägt Edenhofer vor, die EU solle als „Nachfrage-Kartell“ auf den globalen Märkten agieren. Dadurch ließe sich verhindern, dass ein Rückgang der europäischen Nachfrage nach fossilen Brennstoffen lediglich zu Preissenkungen in anderen Regionen führt. Als Vorbild nennt er das EU-Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr. Unterdessen hat Sultan Ahmed Al Jaber, der Präsident der anstehenden COP28, zwar Emissionsreduktionen zugesagt, lehnt aber ein vollständiges Ende der Nutzung fossiler Energien ab.

Edenhofer besteht darauf, dass die EU ihre Marktmacht nutzen muss, um Veränderungen voranzutreiben. Seine Warnungen kommen zu einer Zeit, in der die globalen Klimaverhandlungen zunehmend unter Druck durch Interessen der fossilen Energiewirtschaft geraten. Der nächste UN-Klimagipfel wird eine entscheidende Prüfung für den internationalen Willen zur Klimaschutz-Zusammenarbeit sein.

Quelle