08 May 2026, 14:15

Krisenbonus scheitert: Bundesländer lehnen 1.000-Euro-Prämie ab

Alte deutsche 100 Reichsmark-Banknote von 1933 mit "Metallgesellschaft Aktie" darauf gedruckt.

Krisenbonus scheitert: Bundesländer lehnen 1.000-Euro-Prämie ab

Die Bundesländer haben den von der Bundesregierung vorgeschlagenen Krisenbonus mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Plan hätte es Arbeitgebern ermöglicht, ihren Beschäftigten bis Mitte 2027 eine steuerfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro zu zahlen. Kritiker monieren, die Maßnahme käme nur wenigen Arbeitnehmern zugute, während Länder und Kommunen durch Mindereinnahmen Milliardenkosten tragen müssten.

Der Krisenbonus war von der linksgerichteten Koalition eingeführt worden, um die finanzielle Belastung der Bürger angesichts steigender Kosten durch den Krieg im Iran abzufedern. Neben einem Kraftstoffrabatt sollte die Regierung damit direkte Entlastungen schaffen. Die Länder waren jedoch von der frühen Planung ausgeschlossen worden, obwohl sie zwei Drittel der 2,8 Milliarden Euro an Steuerausfällen hätten tragen sollen.

Die Bundesregierung lehnte zudem einen Antrag ab, die Kommunen für ihren Anteil von 700 Millionen Euro an den Fehlbeträgen zu entschädigen. Winfried Kretschmann, der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, kritisierte Berlin scharf, weil es Gesetze mit unzureichender Anfangsfinanzierung beschließe und die langfristigen Kosten den Ländern und Kommunen überlasse. Zudem warf er der Bundesregierung vor, Gesetzesvorhaben des Bundesrates regelmäßig zu blockieren oder zu verzögern.

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Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, bezeichnete den Bonus als ungerecht, da er nur einer kleinen Gruppe von Arbeitnehmern helfe. Da sich die Mehrheit der Länder gegen den Plan stellt, könnte die Bundesregierung nun den Vermittlungsausschuss anrufen, um einen Kompromiss zu finden.

Die Ablehnung wirft die Zukunft des Krisenbonus in Frage, da die Länder nicht bereit sind, die finanzielle Last zu tragen. Scheitert eine Einigung, wird die Maßnahme nicht in Kraft treten. Der Streit unterstreicht zudem die anhaltenden Spannungen zwischen Bund und Ländern über die Verteilung der Finanzverantwortung.

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