Lichterglaube und Rockmusik vereint: Ein Gottesdienst bewegt Tiefenort
Finn WagnerLichterglaube und Rockmusik vereint: Ein Gottesdienst bewegt Tiefenort
St. Peter-Kirche in Tiefenort war am 1. Februar bis auf den letzten Platz gefüllt – trotz eisiger Winterkälte und eines vollen Terminkalenders im Dorf. Der Licht für alle-Gottesdienst lockte weit mehr Besucher als sonst, eine Mischung aus Andacht und der Energie eines Live-Konzerts. Die Veranstalter hatten mit großem Zuspruch gerechnet – doch die Resonanz übertraf selbst ihre optimistischsten Erwartungen.
Der Abend entfaltete sich wie eine sorgfältig inszenierte Reise, die dramatische Szenen und Musik verband. Traditionelle Liturgie wich einer intimen, fast clubartigen Atmosphäre, erleuchtet von hunderten flackernden Lichtern. Im Mittelpunkt stand die Band The Quiet Side, deren handgemachte Lieder zum emotionalen Rückgrat des Gottesdienstes wurden.
Pastor Thomas Volkmann brach mit der Konvention, indem er sich den Musikern am Keyboard anschloss – seine Amtstracht ein markanter Kontrast zum rockigen Auftritt. Die Botschaft des Abends kreiste um Verwandlung: Licht als Kraft, die Angst vertreibt und Hoffnung entfacht. Dieses Thema hallte in einem Bergmannsspruch wider – "Kein Licht, keine Schicht" –, der immer wieder aufgegriffen wurde.
Besonders bewegend war ein Kerzenritual: Die Besucher entzündeten Flammen in einem großen schmiedeeisernen Fisch, jede Kerze trug persönliche Gebete und Wünsche. Viele empfingen auch individuelle Segnungen, was das Gefühl der Verbundenheit vertiefte. Nach dem Gottesdienst blieben die Menschen noch draußen stehen, plauderten und tauschten sich aus, als wollten sie den Moment nicht enden lassen.
Am auffälligsten war die Vielfalt der Besucher. Junge Leute füllten die Kirchenbänke, angezogen von der modernen, aber sinnstiftenden Ausrichtung des Gottesdienstes. Die offene Türpolitik der Kirche lud zum Verweilen ein – aus der Veranstaltung wurde so mehr als nur ein Gottesdienst, sie wurde zu einem gemeinsamen Erlebnis von Gemeinschaft.
Der Licht für alle-Gottesdienst bewies, dass Glaubenspraxis auch jenseits traditioneller Formen gedeihen kann. Die Verbindung aus Musik, Ritual und persönlicher Begegnung schuf einen Abend, der die Teilnehmer tief berührte. Für St. Peter war es nicht nur ein gelungenes Event, sondern ein neuer Weg, Menschen zusammenzubringen.