Logistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekord-Insolvenzen und steigenden Kosten
Finn WagnerLogistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekord-Insolvenzen und steigenden Kosten
Deutschlands Transport- und Logistikbranche steht unter wachsendem finanziellen Druck. Unternehmen kämpfen mit steigenden Kosten, sinkenden Umsätzen und einem deutlichen Anstieg der Insolvenzen. Branchenverbände fordern nun dringend Steuersenkungen und Entlastungsmaßnahmen, um die Lage zu entschärfen.
Die wirtschaftliche Perspektive für deutsche Transportunternehmen hat sich in den letzten Monaten weiter verschlechtert. Der Kreditversicherer Atradius prognostiziert für 2025 einen Rückgang des Sektors um 2,1 Prozent. Gleichzeitig gilt mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Unternehmen als akut von der Pleite bedroht.
Die Insolvenzzahlen sind bereits gestiegen: 2024 meldeten 469 Logistikfirmen Insolvenz an, darunter 19 größere Betriebe mit einem Jahresumsatz von jeweils über 10 Millionen Euro. Die Insolvenzquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent.
Besonders hart trifft es kleinere Speditionen: Hohe Dieselpreise, hohe Vorfinanzierungskosten und schmale Gewinnspannen setzen sie massiv unter Druck. Branchenverbände drängen auf niedrigere Energiesteuern, die Abschaffung der doppelten CO₂-Belastung im Straßengüterverkehr sowie sofortige finanzielle Hilfen.
Auch global bleibt die Lage unsicher. Die Wirtschaftsforschungsgesellschaft Oxford Economics hat ihre Wachstumsprognose für Transport und Logistik im Jahr 2025 von 3,4 auf 2,4 Prozent nach unten korrigiert. Sollten sich die Störungen in der Straße von Hormus über sechs Monate hinziehen, könnte das Wachstum sogar vollständig zum Erliegen kommen. Zudem könnten die Nahrungsmittelpreise kurzfristig um bis zu zehn Prozent steigen, da die Energiepreise weiter anziehen.
Die Transport- und Logistikbranche steht unter massivem Druck von mehreren Seiten. Ohne Steuersenkungen oder Kostensenkungen drohen weiteren Unternehmen die Insolvenz. Höhere Lebensmittelpreise und globale Handelsstörungen werden die Herausforderungen in den kommenden Monaten voraussichtlich noch verschärfen.






