21 February 2026, 16:16

Louis Klamroths wackelige Zukunft bei "hart aber fair" – warum die ARD ihn trotzdem hält

Ein Vergrößerungsglas schwebt über einer Gruppe von karikaturhaft, bunt kolorierten Menschen mit überzeichneten Zügen, jeder mit Sprechblasen, die verschiedene Nachrichten enthalten, was auf eine lebhafte Diskussion hinweist.

Louis Klamroths wackelige Zukunft bei "hart aber fair" – warum die ARD ihn trotzdem hält

Louis Klamroths Zeit als Moderator von "hart aber fair" zeigt seit seinem Amtsantritt 2023 gemischte Ergebnisse. Der 36-jährige Journalist führte 2024 zunächst 30 Folgen durch die Sendung, doch der ARD hat die Zahl für 2025 und 2026 nun halbiert. Trotz der Kürzung hält der Sender weiterhin an ihm fest – was Fragen zur Nachwuchsförderung des Hauses aufwirft.

Klamroths Moderationsstil steht wegen seiner konfrontativen Art in der Kritik. Oft nimmt er einen anklägerischen Ton an, drängt Gäste mit Ja-Nein-Fragen zu komplexen Themen und unterbricht sie selbst bei einer Sendezeit von 75 Minuten. Ein prägendes Beispiel lieferte er im September 2025, als Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, während einer Debatte über Sozialreformen gelassen unter Klamroths scharfem Fragestil blieb.

Die Schwierigkeiten des Moderators beschränken sich nicht auf seine Interviewtechnik. Insider berichten, er habe Mühe, chaotische Diskussionen zu steuern oder auf dem Set Autorität auszustrahlen. Dennoch gelten seine besten Folgen als jene mit ungewöhnlichen Gästen – jenseits des üblichen Kreises aus Politikern und Wissenschaftlern –, die dem Format frische Perspektiven verleihen.

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Die ARD-Entscheidung, die Sendungshäufigkeit zu reduzieren, aber Klamroth zu halten, deutet auf interne Herausforderungen hin. Pro Folge gibt der Sender 130.000 Euro aus, doch wie die Zuschauerzahlen im Vergleich zu seinem Vorgänger Frank Plasberg ausfallen, bleibt unklar. Unterdessen hat Klamroths Produktionsfirma "Florida Factual" kleinere Online-Projekte als Nebengeschäft an Land gezogen.

Mit weniger Folgen und anhaltender Kritik an seinem Stil bleibt Klamroths Zukunft bei "hart aber fair" ungewiss. Manche plädieren dafür, ihm in einem weniger exponierten Umfeld Zeit zur Entwicklung zu geben. Vorerst signalisiert die fortgesetzte ARD-Unterstützung: Man will abwarten – und sehen, ob er sich anpassen kann.