Mainzer Karnevalstradition kehrt 2027 mit den Allerscheenste zurück
Leni SchulzMainzer Karnevalstradition kehrt 2027 mit den Allerscheenste zurück
Historische Mainz 05 Karnevalsgesellschaft macht nach fast vier Jahrzehnten Pause – und plant Comeback 2027
Die traditionsreiche Karnevalsgesellschaft Allerscheenste aus Mainz 05, bekannt für ihren scharfen Humor und ungeschminkte Reden, hat nach fast 40 Jahren lebendiger Auftritte eine Auszeit genommen. 2025 stellte der Verein seine Sitzungen ein – Grund war ein schwindender Mitgliederbestand, insbesondere an aktiven Darstellern. Nun laufen die Vorbereitungen für eine Rückkehr im Jahr 2027 unter neuer Führung.
Die Allerscheenste wurde 1986 von einer Gruppe eingefleischter Mainz 05-Fans gegründet, die den Clown als ihr Symbol wählten. Jahrelang traf man sich in einer Kneipe, um mit frechem Witz lokale Eigenheiten auf die Schippe zu nehmen. Seit 1996 verleiht die Gesellschaft zudem den Aller-Allerscheenste-Preis an herausragende Persönlichkeiten der Mainzer Fastnachtszene.
2025 endeten die regelmäßigen Treffen, weil zu wenige neue Mitglieder – vor allem Darsteller – nachrückten. Dazu mag beigetragen haben, dass der Verein strikt auf Gemeinnützigkeit setzt und von seinen Mitgliedern alle drei Wochen Anwesenheit im Augustinerkeller verlangte. Karin Junker, die die Gesellschaft 14 Jahre lang prägte, gab nach ihrem Rücktritt den Staffelstab weiter. Unter ihrer Führung hatte sie mit organisatorischem Geschick für Zusammenhalt und gelungene Auftritte gesorgt.
Nun steht das Comeback für 2027 fest: Holger Bartz übernimmt den Vorsitz. Der seit 2019 dabei Mitglied wird sein Amt offiziell am 1. Januar 2026 antreten. Sein Ziel ist es, den Verein zu modernisieren und zukunftsfähig zu machen – ohne den ursprünglichen Kneipenkarneval-Geist zu verlieren.
Nach zweijähriger Pause nehmen die Allerscheenste 2027 ihre Sitzungen wieder auf. Der neue Vorsitzende Holger Bartz steht vor der Herausforderung, frisches Talent zu gewinnen, um die Tradition mutiger und humorvoller Auftritte neu zu beleben. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob es ihm schafft, eine aktive Mitgliederbasis aufzubauen.