Messerangriff in Göttingen löst Protestwelle gegen Rechtsextremismus aus
Philipp HartmannMesserangriff in Göttingen löst Protestwelle gegen Rechtsextremismus aus
Schwerverletzter bei mutmaßlichem Messerangriff in Göttingen – Proteste gegen rechtsextreme Gewalt
Ein 23-jähriger Mann wurde bei einem mutmaßlichen Messerangriff in Göttingen schwer verletzt. Der Vorfall hat in der Bevölkerung Bestürzung ausgelöst und zu Protesten gegen rechtsextreme Gewalt geführt, die sich über zwei Tage hinzogen.
Der Verletzte befindet sich laut Angaben des NDR in einem stabilen, aber ernsthaften Zustand. Er soll Verbindungen zu linksextremen Kreisen haben. Die Polizei prüfte zunächst ein mögliches politisches Motiv, bestätigte dies jedoch nicht.
Ein 17-jähriger Tatverdächtiger wurde vorläufig festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem die Staatsanwaltschaft keine hinreichenden Gründe für einen Haftbefehl sah. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Jugendliche möglicherweise aus Notwehr gehandelt haben könnte. Noch vor dem Einschreiten der Polizei hatten Unbekannte in einem Online-Forum den Verdächtigen bereits mit rechtsextremen Gruppen in Verbindung gebracht.
Als Reaktion versammelten sich am Sonntagabend rund 600 Menschen, um gegen rechtsextreme Gewalt zu protestieren. Einen Tag später nahmen etwa 700 Personen an einer Kundgebung gegen faschistische Gewalt teil. Der linke Politiker Ferat Koçak kritisierte die CDU scharf und warf der Partei vor, mit ihrer Politik indirekt rechtsextreme Narrative zu stärken.
Der Verletzte kann aufgrund seiner Genesung derzeit keine Aussage machen. Der Verdächtige bleibt auf freiem Fuß, während die Ermittlungen weiterlaufen. Die Proteste in Göttingen spiegeln die wachsenden Spannungen rund um politische Gewalt in der Region wider.






