Natruper Holz wird zum Musterwald für Artenvielfalt und Eichen-Schutz umgestaltet
Leni SchulzNatruper Holz wird zum Musterwald für Artenvielfalt und Eichen-Schutz umgestaltet
Osnabrücks Natruper Holz durchläuft radikalen Wandel zum Schutz heimischer Baumarten und zur Förderung der Biodiversität
Im Natruper Holz bei Osnabrück steht eine umfassende Umgestaltung bevor, um einheimische Baumarten zu schützen und die biologische Vielfalt zu stärken. Die Forstteams der Stadt konzentrieren sich dabei auf vier zentrale Laubbaumarten: Stiel-Eichen, Buchen, Kirschen und Ahorn – mit besonderem Augenmerk auf die Zukunftssicherung der Eichenbestände. Ab Herbst 2026 sollen zudem der Wasserrückhalt verbessert und Lebensräume für die Tierwelt erhalten werden.
Der 220,1 Hektar große Wald wird gemeinsam vom Fachbereich Naturschutz und Forst der Stadt Osnabrück sowie den Städtischen Betrieben bewirtschaftet. Er erfüllt mehrere Funktionen: als Holzlieferant, Kohlenstoffspeicher und Naherholungsgebiet für die Bevölkerung. Doch die aggressive Ausbreitung der Buche bedroht zunehmend die heimischen Eichen – ein Grund für gezielte Eingriffe.
Bereits in diesem Frühjahr beginnen die Markierungsarbeiten an den Bäumen. Unterschiedliche Farben zeigen an, welche Bäume erhalten bleiben, entfernt oder beobachtet werden. Ziel ist eine Mischung aus alten, kräftigen Bäumen mit ausladenden Kronen und einer gestaffelten Altersstruktur, um die natürliche Verjüngung zu fördern. Auch Habitatbäume und Totholz bleiben erhalten, um die ökologische Vielfalt zu unterstützen.
Ein zentraler Baustein des Konzepts ist das Wassermanagement. Neue Senken, Gräben und kontrollierte Überflutungszonen sollen Feuchtigkeit speichern und den Bäumen in Trockenphasen zugutekommen. Jeder Waldabschnitt erhält dabei eine maßgeschneiderte Behandlung, da es keine Einheitslösung für alle Bereiche gibt.
Die Holzeinschläge werden voraussichtlich Erlöse im unteren fünfstelligen Bereich einbringen. Die Strategie spiegelt das Bestreben wider, ökologische Anforderungen mit einer nachhaltigen Forstwirtschaft in Einklang zu bringen.
Das Projekt soll die Eichenbestände sichern und gleichzeitig den ökologischen und wirtschaftlichen Wert des Waldes bewahren. Ab Herbst 2026 starten die ersten Maßnahmen – mit langfristigen Vorteilen für die Biodiversität, den Wasserrückhalt und die öffentliche Zugänglichkeit. Die Stadt will sicherstellen, dass der Natruper Holz auch für kommende Generationen widerstandsfähig bleibt.






