Osnabrück will CO₂-Ausstoß bis 2040 um 85 Prozent drastisch senken – mit Bürgerbeteiligung
Finn WagnerOsnabrück will CO₂-Ausstoß bis 2040 um 85 Prozent drastisch senken – mit Bürgerbeteiligung
Osnabrück stellt ehrgeizigen Plan vor: CO₂-Ausstoß soll bis 2040 drastisch sinken
Osnabrück hat einen ambitionierten Fahrplan vorgestellt, um seine CO₂-Emissionen in den nächsten zwei Jahrzehnten radikal zu reduzieren. Derzeit verursacht die Stadt pro Einwohner etwa sieben Tonnen CO₂ im Jahr – ein Wert, der bis 2040 auf nur noch eine Tonne gesenkt werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die Verantwortlichen auf Maßnahmen in den Bereichen Energie, Verkehr und die aktive Einbindung der Bürgerschaft bei der Gestaltung neuer Klimapolitik.
Im Mittelpunkt der Strategie stehen tiefgreifende Veränderungen bei Wärme und Strom. Die Fernwärmenetze sollen ausgebaut, Gebäude energetisch saniert und fossile Heizsysteme schrittweise abgebaut werden. Zudem wird die Solarenergie eine Schlüsselrolle spielen: Geplant sind weitere Dach- und Freiflächenanlagen, um den lokalen Strombedarf zu decken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Verkehr. Osnabrück will den Anteil des Radverkehrs an allen Wegen von derzeit 20 auf 35 Prozent bis 2040 steigern. Damit sollen die Emissionen durch Autos und den öffentlichen Nahverkehr verringert werden.
Die Bürgerbeteiligung ist ein zentrales Element des Plans. In einer Online-Konsultation vom 12. September bis 7. Oktober können Anwohner die vorgeschlagenen Maßnahmen prüfen und kommentieren. Zudem findet am 25. September ein Bürgerforum statt, bei dem 500 zufällig ausgewählte Osnabrücker die Strategie persönlich diskutieren. Die Stadtverwaltung selbst hat sich ein noch ehrgeizigeres Ziel gesetzt: Sie will bereits bis 2030 klimaneutral werden.
Ein detaillierter Maßnahmenkatalog wird der Öffentlichkeit präsentiert – unter Einbeziehung der Rückmeldungen aus den Beteiligungsprozessen. Gelingt der Plan, könnte Osnabrück die Pro-Kopf-Emissionen innerhalb von 17 Jahren um über 85 Prozent senken. Die Stadtverwaltung geht dabei mit gutem Beispiel voran und erreicht die Klimaneutralität ein Jahrzehnt früher als der Rest der Stadt. Die Bürger haben nun die Möglichkeit, in den anstehenden Konsultationen mitzugestalten, wie diese Veränderungen konkret aussehen sollen.






