PGIM revolutioniert den deutschen Reihenhausmarkt mit Mietmodell und modularer Bauweise
Noah JägerPGIM revolutioniert den deutschen Reihenhausmarkt mit Mietmodell und modularer Bauweise
PGIM, eine Tochtergesellschaft von Prudential Financial, plant den Einstieg in den deutschen Reihenhausmarkt. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf neu gebaute Häuser in den Pendlerzonen rund um Großstädte. Dies stellt einen seltenen Vorstoß eines institutionellen Investors in ein Segment dar, das traditionell von kleineren Projektentwicklern und Privatkäufern dominiert wird.
Der deutsche Immobilienmarkt steht derzeit vor Herausforderungen: Die langsame Transaktionsaktivität zwingt Baufirmen dazu, sich für die Finanzierung auf Vorverkäufe zu stützen. PGIMs Ansatz könnte einen Wandel darin einläuten, wie Großinvestoren sich künftig im Wohnimmobiliensektor engagieren.
Das Unternehmen setzt auf langfristige Vermietung statt auf den Verkauf der Objekte. Die Reihenhäuser sollen zu Mietpreisen von 17 bis 18 Euro pro Quadratmeter angeboten werden, was für Mieter monatliche Kosten von etwa 1.700 bis 1.800 Euro bedeutet. Diese Strategie passt zu einem größeren Trend, bei dem Anleger in einem abkühlenden Verkaufsmarkt nach stabilen Mieteinnahmen suchen.
Um Kosten zu senken und die Bauzeit zu verkürzen, erwägt PGIM den Einsatz modularer Bauweisen. Die Entwicklungskosten werden auf 1.900 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter geschätzt. Diese Methoden könnten die Produktion effizienter gestalten und gleichzeitig wettbewerbsfähige Preise ermöglichen.
In einem Markt, in dem Projektentwickler ohne Vorverkäufe kaum Finanzierungen erhalten, übernehmen große Investoren wie PGIM eine Schlüsselrolle. Sie bieten Teilgarantien für Vorverkäufe an – im Gegenzug für niedrigere Kaufpreise. Diese Vereinbarung hilft Baufirmen, Projekte voranzutreiben, während Investoren gleichzeitig in einem bisher vernachlässigten Segment Fuß fassen.
PGIMs Interesse an Reihenhäusern ist bemerkenswert, da institutionelle Anleger diesen Markt bisher gemieden haben. Ihr Engagement könnte mehr Kapital und Stabilität in einen Bereich bringen, der bislang stark von Privatpersonen und kleineren Unternehmen abhängt.
Falls PGIM seine Pläne umsetzt, würde das Unternehmen ein neues Modell für Reihenhäuser in Deutschland einführen. Durch den Fokus auf Vermietung und modulare Bauweise will es sich in einem trägen Markt behaupten und gleichzeitig langfristige Wohnlösungen anbieten. Der Schritt könnte auch andere institutionelle Investoren ermutigen, ähnliche Chancen in Zukunft zu nutzen.






