Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht trotz Personalnot in der Bundeswehr ab
Noah JägerPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht trotz Personalnot in der Bundeswehr ab
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat trotz Personalmangels in der Bundeswehr die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgeschlossen. Er bestätigte zudem, dass das Prinzip der Freiwilligkeit auch in den kommenden Jahren die Grundlage für die Rekrutierung bleiben werde.
Pistorius betonte, eine Rückkehr zur Wehrpflicht stehe nicht zur Debatte. Der Mangel an Ausbildern und Infrastruktur mache ein solches Vorhaben undurchführbar. Auch eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung werde derzeit nicht erwogen.
Die Ampelkoalition ist sich einig, dass bei einem Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern korrigierende Maßnahmen erforderlich sein könnten. Die Bundeswehr wächst weiterhin, wobei die Bundesregierung die Entwicklungen genau beobachtet.
Zu anderen Themen äußerte sich Pistorius zufrieden mit seiner Rolle als Verteidigungsminister. Eine Kandidatur als SPD-Kanzlerkandidat schließe er aus – es stehe noch zu viel Arbeit an. Zudem bekräftigte er nach dem Scheitern des FCAS-Programms sein Engagement für die deutsch-französische Zusammenarbeit und Freundschaft.
Ein neuer Runden Tisch soll das Know-how der Automobilhersteller für die Rüstungsindustrie nutzbar machen. Unterdessen sind die Kosten für das Fregatten-Projekt F126 stark gestiegen: Die Gesamtausgaben liegen nun bei über 18 Milliarden Euro – eine Steigerung um 8 Milliarden.
Das Verteidigungsministerium wird weiterhin auf die freiwillige Rekrutierung setzen. Unmittelbare Änderungen in der Wehrpflicht-Politik sind nicht zu erwarten. Die Bewältigung des Personalmangels und der steigenden Kosten bleibt für die Bundesregierung vorrangig.
