Scharfe Kritik an geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss für Familien
Noah JägerScharfe Kritik an geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss für Familien
Pläne zur Kürzung der Vorschusszahlungen für Unterhalt haben quer durch die Parteien scharfe Kritik ausgelöst. Die von den Kommunalverbänden vorgeschlagenen Einsparungen sollen die steigenden Kosten bremsen – doch Gegner warnen, dass vor allem bedürftige Familien darunter leiden würden. Politiker von SPD, Grünen, Linken und AfD verurteilen die Maßnahmen einstimmig als ungerecht und schädlich.
Das aktuelle System gewährt finanzielle Unterstützung, wenn ein Elternteil keinen Kindesunterhalt zahlt. Seit der Reform 2017 haben sich die Ausgaben vervierfacht, unter anderem weil das Höchstalter für anspruchsberechtigte Kinder von 12 auf 18 Jahre angehoben wurde. Gleichzeitig strich die Reform die bisherige sechjährige Befristung der Leistungen.
Die Kritik kommt aus verschiedenen Lagern. Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD, bezeichnete die Zahlungen als "überlebenswichtiges Auffangnetz". Sie forderte stattdessen, stärker gegen Eltern vorzugehen, die Unterhalt zahlen könnten, sich aber weigern. Misbah Khan, stellvertretende Vorsitzende der Grünen, warnte, dass Hunderttausende Kinder und Alleinerziehende unter den Kürzungen leiden würden, sollten sie umgesetzt werden.
Heidi Reichinnek, Fraktionschefin der Linken, nannte die Pläne "eine absolute Schande". Sie betonte, dass kurzfristige Einsparungen langfristig zu weit höheren Kosten führen würden. Selbst Martin Reichardt, familienpolitischer Sprecher der AfD, lehnte die Kürzungen ab und bestand darauf, dass der Staat an anderer Stelle sparen müsse.
Die Vorhaben stoßen im Bundestag auf massiven Widerstand. Angesichts der breiten Ablehnung scheinen Änderungen beim Unterhaltsvorschuss ohne grundlegende Überarbeitung kaum durchsetzbar. Die Debatte zeigt einmal mehr die Schwierigkeit, Haushalte zu konsolidieren, ohne sozial Schwache zu belasten.






