SPD in Rheinland-Pfalz: Schweitzer setzt auf Sieg – doch Koalitionsoption bleibt offen
Finn WagnerSchweitzer: SPD soll lenken, nicht nur mitfahren - SPD in Rheinland-Pfalz: Schweitzer setzt auf Sieg – doch Koalitionsoption bleibt offen
SPD-Schlusskundgebung in Landau: Starke Unterstützung von Ex-Ministerpräsidenten vor knapper Wahl in Rheinland-Pfalz
Die letzte Wahlkampfveranstaltung der SPD in Landau erhielt deutlichen Rückhalt von früheren Landeschefs, während sich Rheinland-Pfalz auf eine eng umkämpfte Wahl vorbereitet. Alexander Schweitzer, Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, konnte auf die Unterstützung der früheren Ministerpräsidenten Malu Dreyer, Kurt Beck und Rudolf Scharping zählen. Angesichts von Umfragen, die SPD und CDU fast gleichauf sehen, zeigt sich Schweitzer siegessicher – lässt aber auch die Option einer Koalition offen.
Schweitzer hat klargestellt, dass er in keiner von der CDU geführten Regierung mitwirken werde, falls die Union die Wahl gewinnt. Stattdessen bestehe er darauf, dass eine mögliche Koalition nur unter SPD-Führung zustande komme – ein Unterschied, den er mit dem Vergleich zwischen Fahrer und Beifahrer veranschaulicht. Sein Wahlkampf setzt auf Erfahrung und persönliche Geschichten, etwa seine Kindheit auf einem Binnenschiff, um Wähler zu erreichen.
Die SPD regiert in Rheinland-Pfalz seit 1991; nach der Wahl 2021 führte Malu Dreyer eine Koalition mit den Grünen an. Damals holte die SPD 43,0 Prozent der Stimmen, während die CDU auf 27,5 Prozent fiel. Seither zeigen Umfragen kaum Veränderungen: Beide Volksparteien liegen zwischen 25 und 35 Prozent – die Voraussetzungen für ein Kopf-an-Kopf-Rennen sind gegeben.
Trotz der engen Umfragewerte schließt Schweitzer eine Beteiligung an einem CDU-geführten Kabinett kategorisch aus. Eine große Koalition jedoch schließt er nicht grundsätzlich aus und hält sich damit alle Optionen offen, während der Wahltermin näher rückt.
Die jahrzehntelange Vorherrschaft der SPD in Rheinland-Pfalz steht nun vor einer ernsthaften Herausforderung durch die CDU. Schweitzers Weigerung, unter CDU-Führung zu regieren, verengt zwar die möglichen Wahlausgänge, doch seine grundsätzliche Bereitschaft zu einer großen Koalition lässt noch Verhandlungsspielraum. Das Endergebnis wird zeigen, ob die SPD die Macht behält oder nach Jahrzehnten an der Spitze die Regierung teilen muss.






