05 February 2026, 14:24

Stefan Raab löst mit antisemitischen Klischees im Dschungelcamp Empörung aus

Eine Karikatur einer Menge mit einigen, die Fahnen halten, einem Gebäude im Hintergrund und einem Text unten mit der Aufschrift "Resist unto Blood: The True Christian Warfare".

Stefan Raab löst mit antisemitischen Klischees im Dschungelcamp Empörung aus

Eine aktuelle Folge der RTL-Sendung "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!", moderiert von Stefan Raab, hat die Kontroverse um den Kleinstar Gil Ofarim erneut entfacht. Ofarim, Sohn des israelischen Sängers Abi Ofarim, hatte 2021 fälschlicherweise einen Hotelmitarbeiter der antisemitischen Belästigung bezichtigt. Die Angelegenheit nahm eine unschöne Wendung, als Raab in einer am Holocaust-Gedenktag ausgestrahlten Folge auf kränkende jüdische Klischees zurückgriff. In dem Beitrag wurden spöttische Anspielungen auf ein angebliches "Betrüger-Gen", geldgieriges Verhalten sowie karikaturhafte Darstellungen ultraorthodoxer Juden gezeigt – Szenen, die RTL nach öffentlichem Protest später entfernte. Der Auslöser der Affäre lag im Jahr 2021, als Ofarim beharrlich behauptete, ein Hotelangestellter in Leipzig habe ihn gezwungen, seinen Davidstern unter seinem Hemd zu verstecken. Die Anschuldigung löste Empörung aus, doch das Verfahren wurde später gegen eine Geldauflage eingestellt. Jahre später trat Ofarim in RTLs "Dschungelcamp" auf, wo Raab am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, eine Sequenz moderierte. Raab stellte Ofarim mit einer Szene vor, in der er ihm einen fiktiven "Onkel Samuel" als Ursprung eines "Schwindler-Gens" unterstellte. Die Einlage zeigte unter anderem orientalisch aussehende Männer beim Obstklau, tanzende ultraorthodoxe Juden zu Ofarims Musik sowie ein Spiel namens "Geld oder Gil" – eine Anspielung auf das Klischee jüdischer Habgier. Nach massiver Kritik löschte RTL den Ausschnitt und räumte ein, dieser könne zu Missverständnissen führen. Ofarim selbst weigerte sich, im Camp dazu Stellung zu nehmen, und berief sich auf eine Vertraulichkeitsklausel. Die anderen Kandidaten drängten ihn zunächst auf Antworten, ließen das Thema dann aber fallen. Der Vorfall hat die Debatte über Antisemitismus in den deutschen Medien neu belebt – besonders dann, wenn prominente Persönlichkeiten wie Raab für komödiantische Zwecke auf abwertende Stereotype zurückgreifen. Ofarims eigene, später als falsch entlarvte Anschuldigung von 2021 trübt zudem die öffentliche Wahrnehmung: Viele sahen in ihm bereits vor der RTL-Sendung eine umstrittene Figur. Die nachträgliche Entfernung des Clips erfolgte erst nach breiter Kritik an den antisemitischen Untertönen. Das Netzwerk hat sich seitdem nicht weiter geäußert, abgesehen von der vagen Erwähnung möglicher Missverständnisse. Ofarim, durch rechtliche Vereinbarungen gebunden, schweigt weiterhin – die Kontroverse bleibt damit ungelöst. Der Fall zeigt einmal mehr die Spannung zwischen Satire und diskriminierenden Zerrbildern, besonders an einem Tag, der eigentlich dem Gedenken an die Opfer des Holocaust gewidmet ist.