14 December 2025, 04:18

Wie Neslihan Arol die osmanische Erzählkunst *Meddah* in Berlin neu erfindet

Ein Collage mit verschiedenen Bildern von Frauen in unterschiedlichen Kostümen, jedes begleitet von Text und Dollarbeträgen.

Wie Neslihan Arol die osmanische Erzählkunst *Meddah* in Berlin neu erfindet

Dieses Lachen ist ansteckend

Teaser:Meddah, die osmanische Erzähltradition, war einst Männern vorbehalten. Neslihan Arol hat sie sich zu eigen gemacht – und zeigt, wie befreiend Komik sein kann.

Neslihan Arol lässt in Berlin-Kreuzberg eine uralte osmanische Erzählkunst wiederaufleben. Ihre Auftritte als Meddah – eine einst von Männern dominierte Kunstform – verbinden Humor, Politik und mehrere Sprachen. Auf der Bühne nutzt sie eine einfache Teelichtkerze als Symbol für Wärme, Erleuchtung und das menschliche Herz ihrer Kunst.

Arols Weg zur Bühne war alles andere als geradlinig. Ihr Vater riet ihr zunächst von der Schauspielerei ab, doch sie studierte erst Chemieingenieurwesen, bevor sie sich für einen Master in Darstellender Kunst entschied. Dort spezialisierte sie sich auf Clownerie aus feministischer Perspektive – frustriert von der Abwesenheit witziger Frauenrollen im klassischen Theater. Bis 2014 begann sie, in Berlin Comedy, Stand-up und Meddah zu fördern, ein Projekt, das acht Jahre brauchte, um vollends zu reifen.

Arols Arbeit belebt eine jahrhundertealte Kunstform neu und prägt sie dabei mit ihrem eigenen Stil. Ihre Mischung aus Sprachen, Humor und feministischen Themen verleiht dem Meddah eine moderne Note. Das Teelicht, ihr Markenzeichen, bleibt eine stille Erinnerung an die Wärme und Spontanität, die im Zentrum ihres Erzählens stehen.