Wie Volkswagen in 20 Jahren zum globalen Automobilgiganten wurde
Philipp HartmannWie Volkswagen in 20 Jahren zum globalen Automobilgiganten wurde
Die Volkswagen Gruppe hat ihre globalen Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Was 1997 noch als ein eher kleiner, auf Europa ausgerichteter Hersteller begann, ist heute zu einem weitverzweigten Netzwerk mit Werken in über 30 Ländern angewachsen. Das Unternehmen produziert mittlerweile mehr als 10 Millionen Fahrzeuge pro Jahr – wobei die Region Asien-Pazifik inzwischen zum wichtigsten Absatzmarkt geworden ist.
1997 fertigte Volkswagen rund 4,3 Millionen Fahrzeuge in einer Handvoll Ländern. Bis zum vergangenen Jahr hatte sich diese Zahl mehr als verdoppelt und erreichte über 10 Millionen Einheiten. Auch die Anzahl der Produktionsstandorte stieg, allerdings wurden seit 2010 keine neuen Länder für die Fahrzeugfertigung erschlossen. Die bestehenden Werke in Mexiko, Südafrika, China und Brasilien bleiben weiterhin zentral für die Produktion des Konzerns.
Das Modellportfolio des Unternehmens ist von etwa 100 Fahrzeugen in den späten 1990er-Jahren auf heute über 300 angewachsen. Zu diesem Wachstum trugen auch sieben neue Marken bei – von Luxusnamen wie Bentley, Lamborghini und Bugatti bis hin zu Nutzfahrzeugherstellern wie MAN und Scania. Mit der Übernahme von Porsche erweiterte die Gruppe zudem ihre Marktpräsenz.
Hinter dieser Expansion steht die Konzernlogistik, die zentrale Logistikabteilung von Volkswagen. Unter der Führung von Thomas Zernechel, der seit 2004 die Geschicke lenkt, ist das Team von einst 23 Mitarbeitenden auf fast 800 angewachsen. Die Arbeit der Abteilung hat die Lieferkette neu geformt: Es wurden einheitliche Standards für Ladungsträger eingeführt und drei große Umschlagzentren in Europa eingerichtet. Trotz der gestiegenen Komplexität sind die Logistikkosten im Verhältnis zu den Gesamtfahrzeugkosten stabil geblieben oder sogar gesunken. Auch die Lieferzeiten von der Bestellung bis zur Auslieferung haben sich verkürzt.
Das Ausmaß der Volkswagen-Logistik ist gewaltig: Täglich bewegt das Unternehmen rund 180 Millionen Bauteile und 40.000 fertige Fahrzeuge. Jährlich werden Millionen Lkw-Lieferungen abgewickelt, 100.000 Komplettzüge koordiniert, 250.000 TEU an Seefracht umgeschlagen und 2,3 Millionen Fahrzeuge per Ro-Ro-Schiff verschifft. Dieses globale Netzwerk liefert mittlerweile mehr Autos außerhalb Europas aus als innerhalb des Kontinents – ein Spiegelbild der verschobenen Nachfrage.
Volkswagens Wachstum basiert sowohl auf der Ausweitung der Produktion als auch auf der Steigerung der Logistikeffizienz. Der Konzern betreibt heute eine der größten Automobil-Lieferketten der Welt und unterstützt damit eine breitere Palette an Marken und Modellen als je zuvor. Mit der Region Asien-Pazifik als wichtigstem Markt bleibt die Gruppe darauf fokussiert, in ihren globalen Aktivitäten Tempo und Kostenkontrolle zu wahren.






