12-Stunden-Regel an Tankstellen: Wer profitiert wirklich von den neuen Spritpreisen?
Philipp Hartmann12-Stunden-Regel an Tankstellen: Wer profitiert wirklich von den neuen Spritpreisen?
Eine neue Studie zeigt, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für Preisanpassungen an Tankstellen die Gewinne der Mineralölkonzerne gesteigert hat. Die am 1. April in Kraft getretene Reform erlaubt es Tankstellen, die Spritpreise zweimal täglich statt nur einmal anzupassen. Forscher haben Daten vor und nach der Änderung ausgewertet, um die Auswirkungen zu messen.
Für die Untersuchung nutzte das Team Preisdaten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe (MTS-K). Dabei wurden die 14 Tage vor und nach Inkrafttreten der Regelung verglichen. Die Gewinnmargen bei Superbenzin stiegen in den ersten beiden Wochen im Schnitt um 6 Cent pro Liter.
Um die Gewinne zu berechnen, zogen die Wissenschaftler die Großhandelspreise vom Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) von den Netto-Endverbraucherpreisen ab. Bei Diesel ließen sich jedoch keine klaren Trends erkennen – die Schwankungen waren zu groß, um eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen. Leona Jung vom Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) betonte, dass diese Schwankungen es schwierig machten, eine durchgehende Erhöhung nachzuweisen.
Die Auswirkungen fielen je nach Region und Tankstellentyp unterschiedlich aus. Besonders stark war der Effekt in Süddeutschland, was unter anderem auf höhere Durchschnittseinkommen und Unterschiede in der Lieferkette zurückzuführen ist. Justus Haucap, Direktor des DICE, erklärte, dass vor allem kleinere Ketten und unabhängige Betreiber profitierten, während große Konzerne die geringsten Margensteigerungen verzeichneten.
Kritiker hatten befürchtet, dass die Regelung die Preise in die Höhe treiben könnte, da Tankstellen die Kosten präventiv erhöhen würden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Bedenken für Benzin berechtigt waren, während Diesel unbeeinflusst blieb.
Die Studie bestätigt, dass die 12-Stunden-Regel die Gewinne bei Benzin erhöht hat – insbesondere für kleinere Anbieter. Süddeutschland verzeichnete die stärksten Veränderungen, während die Diesel-Margen uneinheitlich blieben. Die Ergebnisse zeigen, wie regionale und strukturelle Faktoren die praktischen Auswirkungen der Reform prägen.






